Bis zum 3. Dezember kannst Du Dein freies Internet noch retten. Mach mit!
Eigentlich wollte ich heute einen kleinen SilentSunday Beitrag über die Reise von Hülsenfrüchten machen. Leider greif die EU unter dem Deckmäntelchen des Kinderschutzes mit dem derzeitigen Entwurf des EUKidsAct das Fediverse frontal an.
Diese bohnenlose Frechheit macht mich so wütend, dass einen Aufruf zum Mitmachen gibt.
Damit es auch nächste Woche neues zu SilentSunday, BloomScrolling oderGarten statt eines schotterschrecklichen schwarzen Testbildes gibt.
Inhalt
- Wo kann ich mich beteiligen?
- Warum ist mein Blog oder meine Instanz betroffen?
- Gibt es Mustertexte?
- Was kann ich noch tun?
- Fragen und Antworten
- Links
Wo kann ich mich beteiligen?
Du kannst an mehreren Stellen Einfluss auf die europäische Gesetzgebung nehmen.
Deine Rückmeldung geht in das Gesetzgebungsverfahren der EU ein. Du findest eine oberflächliche Erklärung und eine detailliertere Zusammenfassung auf den Seiten der EU.
Die öffentliche Konsultation zu Online-Sicherheit von Kindern – Gewährleistung der Verantwortung und Vertrauenswürdigkeit digitaler Räume im Internet (EUKidsAct ) läuft bis zum 3. Dezember 2026.
Klicke auf Rückmeldung geben
Wähle Dich mit Deinem EU-Account ein. Schreibe im Feld „meine Rückmeldung“ bis zu 4.000 Zeichen. Wenn es länger wird: Du kannst Dateien als Anlage hoch laden.
Unten auf der Seite wählst Du noch ein paar Optionen aus: Ich gebe Rückmeldung als Person oder Organisation, Dein Herkunftsland, soll Dein Beitrag mit Deinem Name öffentlich einsehbar oder anonym sein, hake die Datenschutzbestimmung ab (nach dem Lesen!) und mit ABSCHICKEN bist Du dann für heute fertig.
Du hast noch keinen Account?
Erstelle mit Vor- und Nachnamen und E-Mail ein Profil. Für öffentliche Konsultationen reicht bislang die Methode „Passwort“ aus.
Warum ist mein Blog oder meine Instanz betroffen?
Du nutzt ActivityPub auf Deinem Blog? Oder betreibst eine Fediverse-Instanz oder bist darauf untewegs?
Schau mal in Artikel 6 des Entwurfes:
Ein Dienst gilt als ein Risiko für die Privatsphäre, die Sicherheit oder den Schutz von Minderjährigen unter 15 Jahren, wenn er eine der folgenden Bedingungen erfüllt:
d) Er ermöglicht es Nutzern, die über ein Konto auf den Dienst zugreifen, Inhalte in Echtzeit an eine unbestimmte Zahl anderer Nutzer zu übermitteln […];e) er ermöglicht es Nutzern, die über ein Konto auf den Dienst zugreifen, mit anderen Nutzern, die nicht Teil bereits bestehender Verbindungen oder Abonnements des Nutzers sind, Kontakt aufzunehmen, mit ihnen zu kommunizieren und anderweitig mit ihnen zu interagieren;
Vorschlag für eine Vorordnung, Artikel 6, Seite 54, COM(2026) vom 17.09.2026
Antworten zu den Auswirkungen für Dich gibt es z.B. hier:
Gib es Mustertexte?
- Es gibt bereits mehr als 2.000 Kommentare auf der EU-Platform.
- Auf den Seiten von Digitale Gesellschaft und netzpolitik.org findest Du Argumente und Mustertexte, die Du für Deinen Beitrag nutzen kannst.
- Die Petition auf change.org (EN) fasst die wesentlichen Kritikpunkte zusammen. Sie kann parallel zu Deiner Eingabe gezeichnet werden.
- Suche auf Deine Instanz unter dem Tag EUKidsAct.
- Über den Einfluss demokratiefeindlicher Konzerne auf die europäische Politik findest Du bei Dr. Michael Blume sehr gut aufbereitetes Material.
Was kann ich noch tun?
- Nimm Deinen Text und schreibe Deiner EU-Abgeordneten, was Du von der geplanten Quasi-Abschaffung des Fediverse in der EU hälst.
- Schreibe Kommentare bei Presseartikeln, die sich um den EUKidsAct drehen.
- Teile Postings zum Thema,z.B. von pneutig.
- Schreibe über das Thema. Nutze das Schlagwort EUKidsAct.
Fragen und Antworten
F.: Warum dieser emotionale Einstieg? Droht jetzt der Untergang des Abendlandes?
A.: Der Post von @pneutig hat mich sehr nachdenklich und wütend gemacht. Ich habe neulich erst mit dem Bloggen wieder angefangen. Das ist mittlerweile eine freudige und wichtige Begleiterin geworden.
Meiner Ansicht nach schießt die EU hier mit Kanonen auf Spatzen und will Massenüberwachung durch die Hintertür durchsetzen. Das ist nicht die EU, in der ich leben möchte. Und ja: das fasst mich emotional an.
Warum geht die EU-Kommission nicht grundsätzlich gegen überwachungsbasierte Werbung und Addictive Design vor? Dann gäbe es ohne massenhafte Online-Kontrollen ein sichereres Internet für alle.
Wenn Du das Thema anders adressieren kannst – bitte gerne. Je mehr Menschen erreicht werden und ins Handeln kommen, desto besser.
F.: Darf ich Teile des Blogartikels verwenden?
A.: Ja gerne. Bitte verweise dabei auf die tolle Arbeit der Digitalen Gesellschaft und netzpolitik.org, die hier viel Zeit und Herzblut rein gesteckt haben. Teile bitte den Faden von pneutig, da ist der Zusammenhang sehr gut dargestellt und auf Fragen bekommst Du fachgerechte Antworten. Ich bin in dem Thema nur interessierter Laie.
Links
Haver your say: Öffentliche Konsultation zur Online-Sicherheit von Kindern (EUKidsAct )


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