Höret, höret! Der Träger hat mich heute nach Wesel mitgenommen. Mit wohl riechendem Lavendel und Fenchel zum Einpackeln im Gepäck. Der Adventskalender wird wohl diese Woche weiter gebaut.
Auf dem Weg zur Bretzelbude habe ich durch die Heide latschen lassen. Die nennt sich hier Aaper Vennekes und sind Teil der Drevenacker Dünen. Leider kein Meer weit und breit, weil das Binnendünen sind.
Der Träger war wieder so mit seiner Blumenapp beschäftigt, dass er mich fast auf dem Zaunpfahl vergessen hat.
Was Schönes: Ich freue mich immer sehr, wenn ich draußen Pflanzen treffe, die ich auch in Bad Kleingarten angesiedelt habe. Zum einen, weil viele ökologisch wertvolle heimische Pflanzen in freier Wildbahn selten geworden sind. Zum anderen, weil es dem Gefühl gleicht, unvermutet sehr geschätzten Freunden auf der Straße zu begegnen.
Hier: das hübsche Taubenkropf-Leimkraut. Silene vulgaris. Wollt ihr Schmetterlinge im Garten, ist das eine tolle Pflanze für ihre Raupen. 🐛🦋
Die Samen dieser Warmkeimerin sollten von März bis Juli auf den Boden.
Taubenkropf-Leimkraut ist ein echter Schotterschreck. Die Staude hat eine Pfahlwurzel, was sie recht trockenbeständig macht.
Leimkraut auf einer Schotterfläche
Einmal da vermehrt sich das Leimkraut über Samen oder Ausläufer. Die Blühzeit ist lang, von Mai bis in den frühen Oktober finden Insekten hier Nektar und Pollen.
Gut ein dutzend Schmetterlingsarten finden auf solchen Nelken prima Raupenfutter.
Höret, höret! Vergangenen Samstag hat mich der Träger in die Reisekiste gepackt und mich zum Friedhof Merzenich geradelt.
Die Schöpferin, der Träger und weitere Menschen haben sich da getroffen, um Pflanzen zu finden.
Ich habe erst einmal ein entspannendes Schottermoosbad genommen
Nach einiger Zeit bin ich da raus und habe dem Träger mal die Ohren lang gezogen. Er sollte ja Kartierungsarbeit machen. Statt dessen hat er die meiste Zeit nur mit Leuten geredet.
Die wollten alle wissen, warum so viele Menschen mit Telefonen in der Hand Blumen, Moose und Flechten fotografieren. Leider konnte ich nur Wortfetzten mitbekommen:
Danke für das Interesse an der Adventskalenderaktion. Es gab einige Fragen, die Antworten kommen unten im Beitrag und werden fortlaufend aktualisiert.
Spendentopf
Den Kalender gibt es gegen eine freiwillige Spende. In diesem Jahr wird der Bone Cancer Research Trust unterstützt. Bitte sende schotterschreckige Grüße im Feld Add a message to your donation (Seite 2).
In diesem Jahr hat meine persönliche Teilnahme an der Langsteckenspendenwanderung, neudeutsch charity hike, leider nicht geklappt, das Bild ist vom vergangenen Jahr.
Das Team hat die 84 Meilen (136 km) Tour entlang des Welsh Coastal Path von Abersoch nach Pennal bereits erfolgreich in drei Tagen absolviert.
Eindruck vom Charity Walk 2025 – Welsh Coastal Path
Wo gibt es den Kalender?
Es gibt vier Abgabestellen, die Schotterschreck-Basis in Merzenich, die Campus Boulderhalle in Aachen, die Denkbar in Wesel und die Engelsbäckerei in Bramstedt.
Etwa 10 Exemplare können über den Postweg in Deutschland versendet werden. Der Aufruf dazu kommt Mitte Oktober.
Die Abgabe erfolgt kostenfrei, eine freiwillige Spende (s.o.) wäre cool.
Arbeitsliste und Zeitplan
Saatgut sammeln und trocknen
Ein paar Lichtnelkensamen werden eingetütetTrockenregal 4 bei der Arbeit
Sammeln ist für dieses Jahr weitgehend abgeschlossen. Es kommen ggf. noch ein paar Lichtnelken in die Trocknung. Es gab bislang kaum Ausfälle durch Fraß Schäden. Ein paar Tomatensamen lagen zu feucht und sind angeschimmelt.
Der Keller duftet angenehm nach Kräutern.
Es ist definitiv genug Material für 50 Adventskalender da. Es werden vermutlich nicht 50 Mal die gleichen Inhalte sein.
Leider wegen zu hoher Feuchtigkeit verschimmelt – Samen der Berner Rose
Verpackung und Etikettierung
Mehr als die Hälfte ist abgesiebt und wird jetzt Schritt für Schritt aus den Vorratsboxen eingetütet.
Dresch- und Siebprozess bei Lavendel Was kommt denn hier in die Tüte? Team Schotterschreck bei der Sonntagsarbeit
Verpackungsdesign
Ist noch in Arbeit. Das Design hat gerade viel um die Ohren.
Höret, höret! Hier ist Quendolin Schotterschreck. Ich bin neu hier. Von außen wirke ich zwar hart wie Stein, doch tief im inneren habe ich einen plüschigen Kern.
In der Tat packt Team Schotterschreck Saatproben in Tütchen.
Es wird aller Voraussicht nach Anfang November Schotterschreck-Adventskalender für einen guten Zweck und mehr Blüh in Deiner Umgebung geben.
An mehreren Stationen kann der Kalender mit 24 verschiedenen Saaten dann abgeholt werden, ob es auch einen Postversand gibt an interessierte Leute gibt klären wir gerade.
Wir sind gespannt, ob die kleine Aktion bei Garten und Naturbegeisterten Menschen ankommt.
Schotterschreck Saatkugeln oder Schotterschreck Streufix – nicht gegen den Wind einsetzten, sonst knirscht es zwischen den Zähnen Deiner verschreckten Begleitung – braucht zum Gelingen einen Teelöffel Saatgut.
Diese Mischung hat sich über die letzten Jahre bewährt:
Mit welcher Rezeptur machst Du Deine Saatkugeln? Hast Du unsere Rezeptur schon einmal ausprobiert? Wir freuen uns auf Deinen Kommentar.
Wie gelangen bohnenlose Frechheiten mit einem eleganten Bogenwurf beim Spazieren oder Rad fahren in Deinen (*) Schottergarten?
Kugelrundes Wurfmaterial aus der Guerillagärtnerei-Bewegung kann die Lösung sein. Das heißt dann je nach Region Blumenkamelle, Saatkugel, Samenkugel, Samenbombe oder Seed Bomb.
Hier kommt das Schotterschreck-Geheimnis
Secret’s in the sauce.
Sipsey, Fried Green Tomatoes
Die Schotterschreck Saatkugelmischung besteht aus:
Drei Teilen Gartenerde
Einem Teil quellfähige Tonerde
Die Gartenerde
Verwende Erde, die frei von Wurzelkräutern (Giersch, Brennnessel, Quecke o.ä.) ist.
Ideal ist frische Erde aus einem Maulwurfshügel. Sie ist feinkrümelig und oft frei von großen Kieseln.
Beste Gartenerde – danke Maulwurf!
Die quellfähige Tonerde
Montmorillonit ist ein quellfähiges Schichtsilikat. Es wird in vielen Regionen der Welt abgebaut und vielseitig eingesetzt.
In unseren Versuchen verwenden wir mineralisches Katzenstreu (unbenutzt). Veredeltes Bentonit, als Heilerde im Handel, geht auch, ist aber viel teurer.
Die Gartenerde und Tonerde werden Portionsweise von Hand mit einer Mörtelkelle o.ä. in einem großen, trockenen Behälter wie einem Baueimer durchmischt.
Saatkugeln anmischen
Nimm ca. 100 bis 150 ml von der Trockenmischung. Gib etwa einen Löffel voll Saatgut hinzu, die bohnenlose Frechheiten eignen sich besonders gut als Startpunkt.
Die ideale Menge Wasser variiert je nach Bodenmischung und WItterungsbedingungen zwischen 10 und 15%.
Gib Wasser in kleinen Portionen zu. Die Teigmasse sollte viskoelastisch und knetfähig sein. Zu viel Wasser führt zu einer fließfähigen Schlammpampe.
Der alte Topf war fast zu klein zum MatschenWenn die Mischung zu flüssig ist: entweder etwas trockene Erde hinzu geben oder etwas länger kneten, bis die Tonerde das Wasser „verdaut“ hat
Fertige Kugeln auf Zeitung, Pappe o.ä. auslegen.
In alten Eierkatons können große und kleine Kinder ihre Saatbomben sofort mitnehmen.
Das Ergebnis
Die ersten Tests aus der Saison 2024 konnten sich sehen lassen:
Hallo zusammen, ich bin ein Natternkopf, der Schreck des Monats.
Manche nennen mich gemein ,gewöhnlich, blauer Heinrich oder Eisenhart.
Dürre im Sommer? Kein Problem! Ich mag trockene bis halbtockene Ecken, auf versiegelten Flächen und in Steingärten kann ich die erste Besiedelung vornehmen.
Wenn es gute Bedingungen gibt werde ich bis zu 150 cm hoch. Ich habe eine schöne lange Pfahlwurzel, wenn ich also im Juni gemäht werde komme trotzig zurück und blühe bis Oktober.
Natternkopf auf einer kommunalen Fläche, August 2026. Die Fläche wurde im Juni von der Gemeinde gemäht kurz gemäht.
Meine Samen sind so groß wie ein Sandkorn. Wenn Du mich in Schotterschreckmischungen packen möchtest bin ich bissig wie eine Schlange!
Zieh Dir also Handschuhe an, nimm z.B. ein Tablett und klopfe vorsichtig auf meine Stängel. Dann fallen viele reife Samen runter. Ein paar nimmst Du mit und viele andere werden meine Kinder in meiner Nähe. Deal?
„Ernte“ von Natternkopfsamen. Handschuhe werden empfohlen.
Für Insekten habe ich was zu bieten: reichlich Nektar zieht Bienen, Hummeln und Schmetterlinge nahezu magisch an.
Insektenparadies Natternkopf. Links: vermutlich eine Keulhornbiene (Ceratina). Mitte: ein kleiner Kohlweißling (Pieris rapae). Rechts:Hummel (vermutlich aus der Gattung Bombus)
Unterstütze bei Events wie der Krautschau im Frühjahr die Umgebung und finde buntes Leben vor Deiner Haustür.
Jeder Quadratmeter zählt! Mit Saatmischungen verwandelst Du triste Ecken in bunte Insektenbuffets.
Entwickle mit dem Schotterschreck-Konzept Orte des Staunens, mache Deine Umgebung Blüte für Blüte ein kleines Stückchen schöner und erfreue Dich an mehr Leben vor Ort.
Vernetze Dich mit Leuten, denen buntes Leben wichtig ist.
Schotterschreck wurde 2023/2024 als Konzept für die Infostände der @parents4future entwickelt und hier weiter geführt.