Höret, höret! Vergangenen Samstag hat mich der Träger in die Reisekiste gepackt und mich zum Friedhof Merzenich geradelt.
Die Schöpferin, der Träger und weitere Menschen haben sich da getroffen, um Pflanzen zu finden.
Ich habe erst einmal ein entspannendes Schottermoosbad genommen
Nach einiger Zeit bin ich da raus und habe dem Träger mal die Ohren lang gezogen. Er sollte ja Kartierungsarbeit machen. Statt dessen hat er die meiste Zeit nur mit Leuten geredet.
Die wollten alle wissen, warum so viele Menschen mit Telefonen in der Hand Blumen, Moose und Flechten fotografieren. Leider konnte ich nur Wortfetzten mitbekommen:
Es gibt vier Abgabestellen, die Schotterschreck-Basis in Merzenich, die Campus Boulderhalle in Aachen, die Denkbar in Wesel und die Engelsbäckerei in Bramstedt.
Etwa 10 Exemplare können über den Postweg in Deutschland versendet werden. Der Aufruf dazu kommt Mitte Oktober.
Die Abgabe erfolgt kostenfrei, eine Spende (s.o.) wäre cool.
Arbeitsliste und Zeitplan
Saatgut sammeln und trocknen
Ein paar Lichtnelkensamen werden eingetütetTrockenregal 4 bei der Arbeit
Sammeln ist für dieses Jahr weitgehend abgeschlossen. Es kommen ggf. noch ein paar Lichtnelken in die Trocknung. Es gab bislang kaum Ausfälle durch Fraß Schäden. Ein paar Tomatensamen lagen zu feucht und sind angeschimmelt.
Der Keller duftet angenehm nach Kräutern.
Es ist definitiv genug Material für 50 Adventskalender da. Es werden vermutlich nicht 50 Mal die gleichen Inhalte sein.
Leider wegen zu hoher Feuchtigkeit verschimmelt – Samen der Berner Rose
Verpackung und Etikettierung
Mehr als die Hälfte ist abgesiebt und wird jetzt Schritt für Schritt aus den Vorratsboxen eingetütet.
Dresch- und Siebprozess bei Lavendel Was kommt denn hier in die Tüte? Team Schotterschreck bei der Sonntagsarbeit
Verpackungsdesign
Ist noch in Arbeit. Das Design hat gerade viel um die Ohren.
Höret, höret. Neulich hat mich der Träger zu einem Besuch im Hochmoor mitgenommen.
Es ging zu einer geführten Wandertour ins Todtenbruch bei Raffelsbrand (Gemeinde Hürtgenwald). Hier findest Du den nord-östlichsten Ausläufer der Hochmoorregion Hohes Venn.
Es gibt einen gut gepflegten Bohlenweg, damit Du das Moor nicht störst und keine nassen Füße bekommst.
Durch die Dürre der letzten Jahre waren viele Bereiche des Moores sehr trocken, da breitet sich Adlerfarn wieder aus.
Typische Moorpflanzen hat der Träger mit der @FloraIncognita_DE App bestimmt. Darunter Torfmoose (die bilden das Moor), Moorbirken, Heidelbeeren und Heidekraut.
Das Palsenmoor ist vor einigen Jahren von der Biologischen Station gerettet worden.
Ich bin eigentlich keine Kirche. Lass mich trotzdem ins Dorf.
Denn ich biete sehr früh im Jahr wertvollen Nektar und Pollen. Da kann die sterile Forsythie nicht mithalten. Je nach Standort blühe ich schon im Februar!
Wenn Du es ein bisschen säuerlich-herb magst biete ich Ende August / Anfang September reichlich Früchte an. Du musst dann flott sein, denn Vögel, Eichhörnchen und Mäuse tragen meine Kinder dann ins Land.
Ich wuchere etwas weniger als meine nahe Verwandte, der Rote Hartriegel. Böden in Hanglagen kann ich durch meine weit verzweigten Wurzeln gut verfestigen. Als Heckenpflanze vertrage ich einen Rückschnitt sehr gut. Das zweite Bild in der Galerie zeigt mich wohlgeformt auf dem Friedhof Girbelsrath.
Höret, höret! Hier ist Quendolin Schotterschreck. Ich bin neu hier. Von außen wirke ich zwar hart wie Stein, doch tief im inneren habe ich einen plüschigen Kern.
Wildblumensamen für Saatbomben oder Saatmischungen sammeln
Ab dem Frühsommer kannst Du alleine, mit Kindern oder Freund*innen mit dem Sammeln los legen.
Warte auf einen trockenen, warmen Tag. Sammle nur so viel, wie Du heute verarbeiten kannst. Sei bitte achtsam in der Natur und nimm nur einen kleinen Teil Saatgut mit.
Je nachdem was und wo Du sammelst: lange Kleidung, gutes Schuhwerk, Mückenabwehrmittel oder Handschuhe können hilfreich sein. Kontrolliere Dich und Deine Lieben im Anschluss auf Zecken.
Zum Sammeln eignen sich z.B. leere Bäckerbeutel oder leere Dosen (mit Deckel).
Lege Deine Beute im Anschluss auf eine Unterlage mit altem Zeitungspapier zum Trocknen aus. Eine Beschriftung ist hilfreich. Nach einer Weile kannst Du die trockenen Samen von der Spreu trennen.
Das Saatgut kannst Du dann in kleine Tütchen packen.
Für die spätere Aussaat bitte den Zeitpunkt abpassen. Viele Wildblumen sind Lichtkeimer und werden nicht mit Erde bedeckt.
Was blüht denn da…?
Du kannst diesen Klassiker oder andere Bestimmungsbücher verwenden.
Heute brauchst Du die Bücher nicht mehr mit schleppen. Es gibt viele Apps für Dein Telefon, mit denen Du recht treffsicher bestimmen kannst, was Du gerade eintütest.
Bei den Schotterschrecks wird zum Lagern sowohl ein Weinregal als auch das dann leere Anzuchthaus verwendet. Tablets sind ab Frühsommer im ganzen Haus Mangelware.
„Hast Du das Tablett gesehen…?“
Was kann schon schief gehen?
Fehlschläge sind normal. Was z.B. passieren kann:
Saatgut schimmelt (weil zu feucht)
Saatgut wird vom Wind weg geblasen
Das Dach ist undicht und alles wird nass
Regen kommt von einer unerwarteten Seite
Insekten oder Nager machen sich über Dein Saatgut her
Beschriftungszettel gehen verloren oder werden vertauscht
Fehlbestimmung führt zu unerwartetem Blüh
Unter der Melisse steht unerwartet eine Brennnessel
Sa. 26.09.26 – 10:30 Uhr – Rather Straße, 52399 Merzenich – Link Karte – Treffpunkt vor der Friedhofskapelle. Erkennungszeichen: rote Jacke
In der Fairen Woche Merzenich bietet Team Schotterschreck eine gemeinsame Pflanzenkartierung auf dem Gelände des Friedhofs am Ende der Rather Straße an.
Damit unterstützt Du das Citizen Science (Wissenschaft von allen) Projekt Lebensraum Friedhof.
Aktiviere im Menü „Projekte“ (oben rechts, zweites Symbol) Lebensraum Friedhof. Der Punkt ist dann rechts auf der Schiebeskala und dunkel.
Wechsle in Dein Persönliches Menü (App Hautseite, Symbol oben rechts). Wähle dort im untern Bereich „Für Expert:innen“ aus
Tippe nun auf „Flora-Routinen„
Klicke auf das +-Symbol für einen neue Flora-Routine
Gib der Routine einen Titel, z.B. „Friedhof Kölnstraße“
Tippe auf das + bei „Wenn“
„Fundregion auswählen“ führt Dich zu einer Karte.
Zoome auf den Suchbereich (etwas fummelig, ggf. noch mal größer stellen und wieder rein zoomen). Bestätige mit dem Haken oben rechts.
Tippe auf „Tag hinzufügen„
Wähle aus der Liste „Friedhof“ aus. Bestätige mit dem „Fertig“ Knopf oben rechts.
Testlauf
Bestimme eine Pflanze auf dem Friedhof. Trage unter dem jetzt hoffentlich automatisch erscheinenden Tag „Friedhof“ Häufigkeit und Vorkommen ein. Bei der ersten Pflanze den besuchten Friedhof und besondere Infos.
Welche Tiere, Pflanzen und Pilze kommen auf Friedhöfen vor? Wie hängt das Vorkommen von Faktoren wie Friedhofsgröße, Pflegeintensität und Baumbestand ab?
Bitte mitbringen: Mobiltelefon mit der Flora-Incognita App, Wetter und ortsangemessene Bekleidung
Benötigte Zeit: 1 Stunde.
Ablauf Kartierung
Check In (5′)
Ankommen und hallo!
Bei Bedarf: Wie geht die Kartierung in der App
Bebilderte Anleitung am Ende des Beitrags
Aufteilung und Kartierung (50′)
Ende (5′)
Danke und auf bald!
Anleitung
In der FloraIncognita-App (3.15.11, Stand 08/26)
Aktiviere im Menü „Projekte“ (oben rechts, zweites Symbol) Lebensraum Friedhof. Der Punkt ist dann rechts auf der Schiebeskala und dunkel.
Wechsle in Dein Persönliches Menü (App Hautseite, Symbol oben rechts). Wähle dort im untern Bereich „Für Expert:innen“ aus
Tippe nun auf „Flora-Routinen„
Klicke auf das +-Symbol für einen neue Flora-Routine
Gib der Routine einen Titel, z.B. „Friedhof Kölnstraße“
Tippe auf das + bei „Wenn“
„Fundregion auswählen“ führt Dich zu einer Karte.
Zoome auf den Suchbereich (etwas fummelig, ggf. noch mal größer stellen und wieder rein zoomen). Bestätige mit dem Haken oben rechts.
Tippe auf „Tag hinzufügen„
Wähle aus der Liste „Friedhof“ aus. Bestätige mit dem „Fertig“ Knopf oben rechts.
Testlauf
Bestimme eine Pflanze auf dem Friedhof. Trage unter dem jetzt hoffentlich automatisch erscheinenden Tag „Friedhof“ Häufigkeit und Vorkommen ein. Bei der ersten Pflanze den besuchten Friedhof und besondere Infos.
In der Tat packt Team Schotterschreck Saatproben in Tütchen.
Es wird aller Voraussicht nach Anfang November Schotterschreck-Adventskalender für einen guten Zweck und mehr Blüh in Deiner Umgebung geben.
An mehreren Stationen kann der Kalender mit 24 verschiedenen Saaten dann abgeholt werden, ob es auch einen Postversand gibt an interessierte Leute gibt klären wir gerade.
Wir sind gespannt, ob die kleine Aktion bei Garten und Naturbegeisterten Menschen ankommt.
Kartierung mit der FloraIncognita App für das Citizen Science (Wissenschaft von allen) Projekt Lebensraum Friedhof.
Der heute unter Denkmalschutz stehende ev. Friedhof Düren wurde 1825 gestiftet und bietet neben altem Baumbestand sehenswerte Skulpturen (Bildband: „Engel, Kinder und trauernde Frauen„). Ein Besuch am frühen Samstag oder Sonntag lohnt sich. Dieser Friedhof ist abgesehen von Krähenrufen und krähenden Zwerghähnen ein Ort der Stille mitten in der Stadt.